Ragnar Wattenmeer 257 km Ultra Staffel mit 5 Läufern – endlich wieder Wettkampf

Am 21.08.2021 war es endlich soweit! Die dritte Teilnahme am Ragnar Wattenmeer als Team „Lauftreff Braunschweig„. In diesem Jahr waren wir mit zwei Ultra-Teams am Start.

Was ist Ragnar Wattenmeer?
Ein 257 km Staffellauf, den man mit 10 Läufern oder 5 Läufern (Ultra Team) laufen kann. Beim Ultra-Team hat jeder Läufer 6 Laufstrecken zu laufen. Es gibt feste Wechselpunkte (WPs) an denen Staffelstab und Transponder weitergegeben werden. Diese müssen angelaufen und auch angefahren werden. Es ist also eine Teamleistung nicht nur beim Laufen, sondern auch beim Fahren und Navigieren gefragt. Weitere Herausforderung ist die nie einkehrende Ruhe, denn wenn man gelaufen ist, zieht man sich im Bus um, während die anderen damit beschäftigt sind, den nächsten WP anzufahren. Und ehe man sich versieht, muss man sich auch schon wieder auf den nächsten Lauf vorbereiten. Manchmal hat man an den WPs ein paar Minuten Wartezeit auf den Läufer, manchmal wird es aber eng. Dieser ständige Wechsel zieht sich über 23h hin und man lebt auf engstem Raum zusammen in einem Bus. Da muss das Team einfach gut zusammenarbeiten und zusammenpassen.

So war 2021 (klicke auf „continue reading“)

Samstag früh sind wir mit gut beladenem Leihwagen-Bus nach HH gestartet. Unsere Startzeit war 14.00 Uhr, die Starts waren zwischen 10.00 Uhr und 15.00 Uhr verteilt, je nach Angabe der Laufzeiten der Läufer. Gegen 11.00 Uhr waren wir im Startbereich, trafen dort das Team 2 und haben eingecheckt. Danach haben wir die weiteren Starts angeschaut, die Stimmung im Startbereich genossen, unseren Bus geschmückt (das gehört dazu) und uns aufs Laufen vorbereitet.

Um 14.00 Uhr bin ich als Startläufer auf die 8,5 km lange erste Stadtetappe durch HH gestartet. Die gesamte Ragnarstrecke ist nicht abgesperrt und nur beschildert, das ist besonders in HH eine Herausforderung: Mitten durch St. Pauli, Schanzenviertel, Planten & Blomen laufend die richtige Strecke zu finden und die Straßen vorsichtig zu überqueren, Passanten auszuweichen und an Ampeln zu halten… gibt es wohl nur bei Ragnar. Die zweite Etappe ging ebenfalls durch HH, hier gab es ein kollektives Verlaufen. Der erste Läufer einer kleinen Gruppe ist falsch abgebogen bzw. auf die Strecke 1 eingebogen und weitere Läufer folgten ihm, u.a. unser Dirk. Damit wurde Etappe 2 anstatt 4,3 km zu 7,6 km, bevor auf Höhe des Kreuzfahrtanlegers Läufer 3 Michael übernehmen konnte. Diese Strecke ging entlang der Elbe Richtung Nordsee an den Elbständen vorbei.

So verging Stunde um Stunde im gleichen Rhythmus. Meine nächsten Laufstrecken waren 11,1 km, 5,1 km und 5,4 km lang, dann sollten 18,1 km und zum Abschluss 8,7 km folgen. Ab 20.00 Uhr bis 7:00 Uhr musste auf der Strecke mit reflektierender Weste, Stirnlampe und Rücklicht gelaufen werden. Wenn in HH noch die Passanten das Laufen zum Slalomlauf machten, waren es auf den Deichen die Schafe, die uns schlaftrunken und verständnislos anschauten 😉

So wie bereits in HH sollte uns der Verlaufen auch in der Nacht wieder treffen. Michaek hat sich bei einer 8 km-Etappe derartig verlaufen, dass er nach über 11 km wieder am Start ankam um dann noch die 8 km zu laufen. Ergebnis waren dann 19,8 km. Das kam für ihn und uns alle unvorbereitet. Der Lauf und auch das Warten vom zusätzlichen 1,5h für das Team war dann natürlich eine Qual. Wir hatten zwar mit Michael telefoniert und standen auch im Kontakt mit Race-Control, da auch ein anderes Team falsch unterwegs war. Sehr erschöpft erschien Michael dann nach einer starken Willensleistung am WP. Ein Team war noch nach uns auf der Strecke, denn alle anderen sind in der Zeit an uns vorbei gelaufen.

Etwas später erreichte uns die Nachricht, dass das Team hinter uns zum überspringen von 5 Streckenabschnitten aufgefordert wurde, weil sie 20 min. hinter uns waren und damit die Schließzeiten der WPs und des Ziels nicht mehr rechtzeitig erreichen konnten. Auch bei uns war zeitlich sehr eng, für uns wurde bereits der Abbau einiger WPs verzögert. An WP 20 ereilte uns dann das Schicksal, gerade als ich auf meine 18 km-Strecke starten wollte: Wir sollten 5 Strecken überspringen. Telefonisch verhandelte ich mit Race-Control, dass wir nicht 5 Strecken überspringen, sondern „nur“ die 18 km-Strecke, da wir dann ja zeitlich wieder gut im Rennen liegen, da wir ja weiterhin eine zügige pace laufen. Aber dennoch war uns in diesem Moment klar, dass wir „ohne Wertung“ in der Ergebnisliste stehen werden.

Unbeirrt von der Tatsache hat unser tolles Team den Kopf nicht in den Sand gesteckt: Wir haben aufgrund der Zusatz-km von Michael die Strecken etwas umsortiert und sind dann mit voller Energie das Rennen zu Ende gelaufen. Wie auch in den letzten Jahren sind wir als Team den letzten Teil der Zieletappe gemeinsam gelaufen um das Gemeinschaftserlebnis des Zieleinlaufs zu geniessen! In Summe wurden es 253 km (incl. Umweg) in 22h 53min. Die Medaillen haben wir uns verdient, uns entsprechend gefreut und gefeiert.

Für das Team 1 sind 2021 gelaufen: Martina, Michael, Dirk, Marcus, Tommy und Bernd als Fahrer (fett: Läufer 2018 und 2019)

Unser Team 2 hat eine tolle Leistung gebracht. Ursprünglich waren 5 Läufer + Fahrer geplant. Team 2 ist aber in der Woche vor dem Lauf ein Läufer abgesprungen. Daher hat Fahrer Robert zwei Laufstrecken und die restlichen vier Läufer je eine zusätzliche Laufstrecke übernommen. Sie sind mit 21h 10min. eine tolle Zeit laufen, kamen aber leider nicht wie Team 1 in den Jahren 2018 und 2019 aufs Treppchen und wurden knapp vierter der „Ultra Teams Man“ und auch in der Gesamtwertung! Klasse Leistung.

Für das Team 2 sind 2021 gelaufen: Maren, Florian, Axel, Gerhard und Fahrer Robert (alle Ragnar Neulinge)

Wir sind dann zusammen (beide Teams) noch für zwei Übernachtungen im Campushus in St. Peter Ording geblieben. Montag haben wir einen tollen Stand- und Urlaubstag in SPO verlebt, bevor es Dienstag wieder zurück nach BS ging.

Wir freuen uns auf Ragnar 2022…

ier ein paar Impressionen von Ragnar 2021 (bei 1:14 min ist Axel kurz im Bild):

After-Race Video vom Verantalter (Youtube)

Fotogalerie:

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